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Die Resultate einer im Dezember
2003 in der renomierten Zeitschrift "Diabetes Care" veröffentlichten Studie
haben auch in vielen nichtmedizinischen Zeitungen große Beachtung gefunden. So
war etwa passend zur Weihnachtszeit in einer Ilustrierten zu lesen: "Zimt Sterne
gegen Diabetes"? Selbstverständlich war dieser Titel nicht eben seriös. Wie
könnte auch ein wenig Zimt den vielen Zucker in den Zimt Sternen einfach
"neutralisieren"? Tatsache ist indes, daß eine Gruppe von Ärzten in Pakistan
herausgefunden hat, daß sich eine regelmäßige Einnahme von Zimt durchaus günstig
auf den Zuckerstoffwechsel auswirken kann. Im "D-Journal" Nr.64 Oktober 2003
wurde ausführlich berichtet über die Wirkung von pflanzlichen Substanzen auf den
Diabetes. Allerdings war dabei die Rede nur von Pflanzen und Nahrungszusätzen,
welche in Studien sauber getestet worden sind und nicht von Naturheilmitteln,
welche zwar in der tradionellen Alternativmedizin eingesetzt werden, deren Platz
aber nur auf Überlieferungen basiert, nicht aber auf wissenschaftlich fundierter
Erkenntnis. Dazu gehörte bisher auch der Zimt, der insbesondere in der
Ayuveda-Medizin seit Jahrhunderten in Gebrauch ist. Die Wirkung von Zimt wurde bisher
allerdings nie richtig studiert. Die Pakistanischen Forscher untersuchten
insgesammt 60 Personen mit Typ-2 Diabetes, 30 Frauen und 30 Männer. Sie
ergänzten die Nahrung mit 1g Zimt, 3g Zimt oder 6g Zimt pro Tag bzw. mit einem Placebo
Pulver und untersuchten den Effekt auf Zucker und Fettstoffwechsel nach 20
bzw.40 Tagen Einnahme von Zimt und zusätzlich 20 Tagen nach Absetzen des
Zimt Supplements. Die Resultate waren eindrücklich. Teilweise bereits nach 20
Tagen, in der Regel jedoch noch etwas ausgeprägter nach 40 Tagen, zeigte sich
eine signifikante Senkung des Glukosespiegels, des LDL Cholesterins sowie der
Triglyceride. Diese günstigen Effekte waren 20 Tagen nach Absetzen von Zimt
zumindest partiell weiterhin messbar. Mit 3g Zimt und 6g Zimt ließen sich dabei keine
besseren Resultate erzielen als mit 1 Gramm des braunen Zimt. Die Einnahme
von Zimt war nicht mit Nebenwirkungen verbunden. Die genaue Wirkung des Zimt
auf den Diabetes ist noch nicht im Detail untersucht. Sicher ist, daß nicht ein
einziger Wirkmechanismus für alle Effekte verantwortlich ist. Der Stellenwert
dieser Erkenntnis ist noch unklar. Sicher wird die Einnahme von Zimt niemals
eine Insulintherapie ersetzen können. Auch ist nicht damit zu rechnen, daß die
Dosen von oralen Antidiabetika relevant reduziert werden können wenn
gleichzeitig Zimt genommen wird. Zudem ist es ja auch nicht erwiesen, daß die
regelmäßige mehrjährige Einnahme von Zimt gesundheitlich bedenkenloser ist als
die Behandlung mit den uns gut bekannten Medikamenten.
Auch könnte man sich gut
vorstellen, daß die regelmäßige Zimt Supplementation vielen Leuten mit der Zeit
verleiten könnte. Zimt ist immerhin ein recht kräftiges Gewürz. Auf der anderen
Seite wäre es durchaus denkbar, daß der Zimt eine Rolle spielen könnte in der
Präventation des Diabetes bei speziell gefährdeten Personen, insbesondere da
wegen der anhaltenden Wirkung von Zimt auf den Zucker- und Fettstoffwechsel nicht
zwingend täglich eine Portion Zimt eingenommen werden muß. Auch im
Anfangsstadium des Diabetes ließe sich vieleicht der Beginn einer
medikamentösen Therapie noch etwas aufschieben, was zwar rein medizinisch kaum
bedeutsam ist, physiologisch aber doch wertvoll sein könnte. Schließlich könnte
die Erkenntnis, daß Zimt einen positiven Einfluss auf Blutzucker und Blutfette
hat, den Forschern bei der Entdeckung bzw. Entwicklung neuer Medikamente
behilflich sein.
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